Kreis Segeberg nicht Senioren – Freundlich

 in der Kategorie Aktuell, Dezember

Seit Jahren hinkt der für die Heimaufsicht zuständige Fachdienst der Kreisverwaltung Segeberg mit seinen Prüfungspflichten hinterher. Trotz mehrfacher Anmahnung und Personalvermehrung wird die erforderliche Heim – Kontrollzahl nicht einmal halb erreicht. Prävention ist in diesem Bereich offensichtlich ein Fremdwort. Eines für viele Kreispolitiker und den Landrat.

Stattdessen steigt die Zahl der Kontrollen aus besonderem Anlass immens, d.h. es wurden Mängel oder Vorkommnisse gemeldet, die ein sofortiges Handeln erforderten. Um einen deutlichen Akzent zu setzen, hatte die WI-SE die Verstärkung dieses Dienstes um zwei Stellen beantragt, um diesem Missstand abzuhelfen.

Obwohl an die Nächstenliebe appelliert wurde, gefragt wurde, ob der Kreistag es billigend duldet, dass den Einwohnern in Heimen Gefahren für ihr persönliches Wohlergehen drohen, blieb eine große Mehrheit verstockt und anti eingestellt. Die zuständige Fachausschussvorsitzende meinte sogar, man solle abwarten, bis die Personalausbildung abgeschlossen sei. Erst wenn dann keine Besserung einträte würde sie bereit zu anderem Handeln sein.

Mit anderen Worten, es müssen erst einige „alte Kinder“ in den Brunnen gefallen sein, dann tue ich etwas.
NUR: Dann dauert es noch länger.
Also: Voll daneben !!!

Immerhin waren es über die Fraktionen hinweg jetzt bereits zwölf Abgeordnete, die auch nach dem flammenden Appell an alle KT-Abgeordneten der Beauftragten des Kreisseniorenbeirats, Anke Pawlik, dem Antrag zustimmten.

Beauftragten des Kreisseniorenbeirats, Anke Pawlik

Beauftragte des Kreisseniorenbeirats, Anke Pawlik

Es ist beschämend, welche Ignoranz besonders bei den Abgeordneten in den großen Fraktionen vorherrscht.

Sie und Teile der Verwaltung sind einfach nicht bereit, über den Tellerrand zu gucken. Schauten sie auch nur einmal in veröffentlichte Berichte, dann könnten sie z.B. lesen:

„Unerträgliches Dahin-Vegetieren pflegebedürftiger Menschen. Immer mehr alte Menschen werden mit Gewalt verwaltet; dass Bewohner von Senioren- und Pflegeheimen ans Bett gefesselt werden, ist heutzutage keine Ausnahme. Selten zuvor sah man so viele verzweifelte, erschöpfte und resignierte Angehörige und Pflegekräfte.

Die Devise lautet immer mehr: Pille statt Beziehung – einschließen, festbinden, isolieren, ruhigstellen. Und das Schlimmste daran: die Gewaltbereitschaft gegen Ältere nimmt zu. Es kann heute nicht mehr von Einzelfällen gesprochen werden.

Vor allem lassen sich die in den Pflegeversicherungsgesetzen vorgesehenen Leistungen (Körperpflege, Ernährung etc.) nicht allein auf diese körperlichen Grundbedürfnisse reduzieren. Umfassender Schutz bedeutet vielmehr die zusätzliche Förderung des psychischen und sozialen Wohlbefindens sowie den Erhalt und die Förderung der Persönlichkeit eines jeden Pflegebedürftigen.“ [1]

Geradezu absurd wird die Thematik von der CDU behandelt. Ohne zu wissen, wie es um die Palliativversorgung im Kreise aussieht wollen sie nun in diesem Feld Aktivitäten entwickeln. Wollen sie damit die Versäumnisse in der Pflege einer anderen Lösung zuführen?

Die WI-SE wird weiter an diesem Thema dran bleiben und versuchen dafür zu sorgen, dass der Kreis Segeberg ein „altenfreundlicher Kreis“ wird.

[1] Quelle https://krankenkassen.net/pflegereform/pflegenotstand/der-mensch-als-kostenfaktor.html

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