Es geht um unser Trinkwasser

 in der Kategorie Aktuell, Kommunalwahl 2018

Nachdem die Piratenpartei 2016 bis zu 70 giftige Bohrschlammgruben in Schleswig-Holstein aufgedeckt hat, hat Umweltminister Habeck 2016 den Abschlussbericht einer landesweiten Untersuchung im Wortlaut veröffentlicht. Dem Bericht zufolge ist bei 18 Gruben eine Gefährdung von Mensch und Umwelt „nicht auszuschließen“, darunter befinden sich auch ein Bolzplatz und landwirtschaftlich genutzte Äcker. Dazu Matthias Ziebuhr:

„Warum lässt der grüne Umweltminister Robert Habeck die Ölkonzerne ungeschoren davon kommen, während sie in Niedersachsen längst in einen Untersuchungsfonds einzahlen? Und warum verweigert Schleswig-Holstein zur Verhinderung einer erneuten Erdölförderung die Aufnahme eines Fracking-Verbots in das Landeswassergesetz, wie von unserer Volksinitiative gefordert?

Im Zuge dieser langwierigen Begutachtung wurde keine einzige giftige Hinterlassenschaft der Erdölförderung im Norden saniert oder auch nur Proben entnommen. Dass gleichzeitig mangels ‚Hinweisen‘ auf eine Gefährung teilweise Entwarnung gegeben wird, ist grob fahrlässig.

Es macht sprachlos, dass unsere Behörden jahrelang die landwirtschaftliche Nutzung selbst derjenigen Äcker zulassen, bei denen der Verdacht auf giftigen Bohrschlamm offiziell anerkannt ist. Krebserregende Hinterlassenschaften der Ölindustrie könnten so den Weg in unsere Lebensmittel finden. Solche Flächen müssen sofort auf giftige Rückstände untersucht und erforderlichenfalls stillgelegt werden!

Außerdem müssen alle Bohrschlamm-Verdachtsflächen endlich grundstücksscharf im Internet veröffentlicht werden – auch diejenigen, die künftig gefährlich werden können (Kategorie A2). Landwirte, Pächter
und Käufer von Ackerflächen haben derzeit bei uns in Schleswig-Holstein vielfach keine Chance, potenziell belastete und vergiftete Flächen zu erkennen und zu meiden.“

Weiterführende Links

Giftiger Bohrschlamm in bis zu 70 Schleswig-Holsteinischen Städten und Gemeinden
Abschlussbericht des Landtags
Volksinitiative zum Schutz des Wassers:
Karte vermuteter Öl- und Bohrschlammgruben

Foto Mark Doda auf Unsplash

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